Fallbeispiel: Verdrehte Welt! „Schimmelpilzsanierung“ am 21. August 2014 in Ratingen


Der Vermieter (Baugenossenschaft) meines Kunden (hochgradig allergisch auf Schimmelpilze) hat einen Maler beauftragt, alte Tapeten auf angeblich schimmelpilzfreie (lt. Vermieter) Wandbereichen (Streitgegenstand) zu entfernen und die Wände vor der Neutapezierung „biologisch“ zu desinfizieren.

Soweit so gut..

Das „Desinfektionsmittel“ was der Malergeselle anwenden wollte, basierte zwar auf einem Alkohol, jedoch war zusätzlich ein Biozid zu gemischt. Ich habe darauf hingewiesen, dass mein Kunde Allergiker ist und auf die beinhaltenden Substanzen entweder vor Anwendung hin zu testen ist (ob eine allergische Reaktion vorliegt) oder reinen Isopropnal 70-99,8% zu verwenden.

Nach Telefonat hin & her mit dem Chef ..sollte der dann Isopropanol nun in der Apotheke besorgt werden und später zur Anwendung kommen.

Während dieser Diskussion entfernte ein andere Malergeselle unbemerkt die alten Tapetenbereiche mit einer „Tapetenablöseflüssigkeit“, worauf ich fragte, welche Inhaltsstoffe hier enthalten sind und bekam nur ein Achselzucken. Nach Mitteilung dass durch diese Aktion die erste Aktion nun fraglich bzw. sinnlos geworden ist, …wurde leider wieder „normal“ weiter gearbeitet.

Also, vorher konnte die Biozidanwendung noch vermieden werden und wenige Minuten später war eine nicht näher definierbare Flüssigkeit an der Wand und auf dem Altputz aufgebracht worden.

Konnte vorher von dem einen Handwerker noch der Sinn der Schadstoffvermeidung auf die Wand verstanden werden und extra eine „Bio-Anstrichfarbe“ mit Silikatfarbe geplant, wurde durch die zweite Aktion (Tapetenablöseflüssigkeit) des 2. Gesellen alles wieder zu Nichte gemacht, was mit Schadstoffvermeidung zu tun hatte.

Da ich leider nicht die Entscheidungsgewalt vor Ort hatte, konnte ich dieses sinnlose Arbeiten nicht stoppen.

Fazit:
1. Maler müssen Aufklärung erhalten und mehr mitdenken, dass Bio auch nachweislich Bio sein muss
2. Eine ganzheitliche Arbeitsweise der Verantwortlichen hätte dieses Chaos vermeiden können
3. Dem Mieter sei an Herz gelegt: „Vertrauen ist gut, Kontrolle besser!“

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