Fallbeispiel: Nässeschäden mit Folge Schimmelpilzkontamination am 04. August 2014 in Düsseldorf


Ortstermin am Montag wegen Nässeschäden mit Folge Schimmelpilzkontamination in 2 Souterrainzimmer, ca. 5 Jahre altes Gebäude – Bauunterlagen liegen nicht vor.

 

– 1. Nässeschaden bereits im Rohbau nach Estrichlegung
– 2. oder 3. Nässeschaden aktuell
– 3. Mietpartei hat Nässeschäden mit bereits vorhandener Gesundheitsschädigung des Sohnes
– Geologisches Gutachten liegt nicht vor
– Rohbauer hatte mit „nicht sinnvoller“ Maßnahme ca. 6.000l Wasser an die Souterrainfassade an dem Fenster des Kinderzimmers gebracht um, so den Nachweis zu führen, dass sein Gewerk nicht Ursache ist.

 

– Kind liegt bereits mit Schimmelpilzallergie im Krankenhaus
– Versicherungsgutachter des Vermieters hatte betroffenen Raum für unbedenklich erklärt.
– Baubiologe über den Vermieter bestellt, hatte ebenfalls den betroffenen Raum für unbedenklich erklärt ohne Luftproben oder sonstige Proben genommen zu haben!

 

Ortstermin mit 4×4 Luftkeimsammlungen (2x Mea, 1x DG18, 1x Caso) in 2 Innenräumen, 1 Estrichprobe und eine Außenluftprobe sowie Gebäudeanalytik und Ursachenforschung.

 

– Beim Betreten des Kinderzimmer kam bereits ein stechender schimmelpilzartiger Geruch entgegen – Probenahmen fanden nur mit HEPA-Filteratemschutzmaske statt.

 

– Aktive Schimmelpilzkontamination in 2 von 5 Bohrkernlöcher der Estrichtrocknung festgestellt und mit LKS beprobt

 

– rel. Lf ca. 75% bei ca. 21°C

 

– Wandbereiche unterhalb der horizontalen Sperrschicht noch feucht bis nass

 

– Gebäude ist „verbaut“..d.h. Zimmer liegen auf unterschiedlichen Ebenen

 

[…]

 

So, nun stellen Sie sich die Frage, wie so etwas passieren kann: dass eine junge Familie so leiden muss, selber den Nachweis der Kontamination führen muss und der Nachwuchs in jungen Jahren bereits gesundheitliche Schäden durch die Anmietung einer Wohnung bekommen hat ?

 

Jetzt überlegen Sie einmal, es würde bereits „Das Gebäude-Gesundheitszeugnis geben“ und der Vermieter hätte vor der Anmietung mit seiner Unterschrift und die eines akkreditierten Labors sowie eines Sachverständigen, dieser Familie die schriftliche Bestätigung geben, dass:

 

a) keinerlei Schadstoffe (auch Schimmelpilze) in der Wohnung vorhanden sind oder

 

b) zugesichert hätte, die Wohnung wäre schimmelpilzkontaminiert ?

 

Was meinen Sie wie die junge Familie reagiert hätte, mit dem Wissen des „Schadstoff-Ist-Zustand“ bei der Besichtigung der Wohnung ?

 

Können Sie nun nachvollziehen, warum ich mich dafür einsetze, dass ein gesetzlich verpflichtender Gebäudeschadstoffnachweis erstellt und eingeführt werden soll ?

 

Der geschilderte Fall ist leider Alltag! Diese Situation kommt oft vor und ist kein Einzelfall!

 

..jedoch gibt es auch andere Schadstoffquellen: z.B. gibt es immer noch sehr viele offene Holzoberflächen, die mit schadstoffhaltigen Holzschutzmittel überstrichen sind..ober verborgene Schadstoffemittenten aus Holzständerkonstruktionen mit Holzschutzmittel versehen (zB Holzfertighäuser ca. 1965-85); verbautes PCB in Fugenmaterial von öffentlichen Bauten wie Kindergärten, Schulen, Rathäuser..Behördenbauten oder Fußbodenverlegeplatten mit Formaldehydausgasung usw, usw..

 

Wissen Sie, wie hoch belastet Ihrer eigene Wohnung oder Haus ist ? Kennen Sie die Schadstoffbelastung an Ihrem Arbeitsplatz !?

 

Wer schützt Sie (bisher) ?

 

Sollte nicht Jeder selber über seine Gesundheit entscheiden dürfen und ein Recht auf Unversehrtheit haben !?

 

..wenn Sie der gleichen Meinung sind, würde ich mich freuen Sie bei den Vorträgen meines VDI Arbeitskreis „Architektur & Bautechnik“ des ersten gemeinsamen Projekts „Das Gebäude-Gesundheitszeugnis“ begrüßen zu dürfen und das ehrenamtliche Projekt: http://www.das-gebaeude-gesundheitszeugnis.de unterstützen würden.

 

Ihr Geb-Con Ingenieurbüro Lemiesz

 

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